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N°12 · Innovation & Handwerk

Sonnencreme und Korallen: Was sich seit dem Hawaii-Verbot verändert hat

Fünf Jahre nach dem Hawaii-Verbot boomt der Markt für „reef safe" Sonnencreme. Spoiler: Das wirklich reef-safe Produkt ist ein UV-Schutz-Overall.

Am 1. Januar 2021 untersagte Hawaii den Verkauf von Sonnencremes mit Oxybenzon und Octinoxat. Fünf Jahre später folgten Thailand, Palau, die Jungferninseln, Aruba, Bonaire und Mexiko. Der Weltmarkt für „reef safe" Cremes wuchs von 200 Millionen auf knapp 2 Milliarden Dollar. Und doch bleichen die Riffe weiter.

Was die Studien tatsächlich gezeigt haben

Die Schlüsselstudie stammt von Craig Downs, veröffentlicht 2015 in den Archives of Environmental Contamination. Sie zeigt, dass Oxybenzon selbst in sehr niedriger Konzentration (62 Teile pro Billion) drei Effekte auf junge Korallen auslöst:

  • Beschleunigte Bleiche: Die Koralle stößt ihre symbiotischen Algen ab und stirbt innerhalb weniger Wochen.
  • Skelettdeformation: Wachsende Korallen entwickeln sich unregelmäßig.
  • DNA-Schäden: Die Reproduktionsfähigkeit der Kolonien sinkt.

Anschließend wurden Octinoxat, Benzophenon-1, Octocrylen und 4-MBC für vergleichbare Effekte verantwortlich gemacht. Laut National Oceanic and Atmospheric Administration werden jährlich 14.000 Tonnen Sonnencreme in die Riffe der Welt eingetragen.

Das Problem beschränkt sich nicht auf Touristen. Die Creme gelangt auch über die heimische Kanalisation ins Meer.

Warum die Auszeichnung „reef safe" nicht ausreicht

Das ist der Punkt, zu dem die Industrie wenig kommuniziert hat: Es gibt keine offizielle Norm für die Bezeichnung „reef safe". Jede Marke darf sie verwenden. Manche als reef safe ausgezeichnete Cremes enthalten weiterhin chemische Verwandte (Avobenzon, Homosalat), deren Langzeitwirkung auf Riffe nicht gemessen wird.

Mineralische Cremes (Zinkoxid, Titandioxid) sind für Korallen deutlich verträglicher. Doch in Nanopartikel-Formulierungen, die auf dem Markt überwiegen, können sie sich dennoch in Sedimenten ansammeln und das Phytoplankton stören. Die Partikelgröße steht selten auf dem Etikett.

Das zweite Problem: Mikroplastik

Über die UV-Filter hinaus enthalten Sonnencremes Plastikbestandteile (Mikrokugeln, Polymere, Silikone), die sich erst nach 50 bis 500 Jahren abbauen. Diese Rückstände landen in den Mägen von Fischen, Schildkröten und schließlich auf unseren Tellern.

14.000 Tonnen Sonnencreme plus 8 Millionen Tonnen Plastik: Die Ozeane empfangen jährlich das Äquivalent einer Mülltonne pro Sekunde.

Die Lösung, von der niemand spricht: ein Kleidungsstück tragen

Schauen wir nüchtern auf die Zahlen. Ein Erwachsener verbraucht in einer Strandwoche durchschnittlich 400 g Sonnencreme. Ein langärmeliger UPF-80-Rashguard bedeckt 60 Prozent der Körperoberfläche. Ihn zu tragen reduziert:

  • den Cremeverbrauch um 60 bis 70 Prozent;
  • den Eintrag chemischer Filter ins Wasser bei jedem Bad in derselben Größenordnung;
  • den Zeitaufwand für Auftragen und Nachlegen, was Zeit für das Wesentliche freisetzt.

Genau diese Rechnung stellen Schnorchel- und Tauchanbieter seit 2019 auf den Malediven, in Belize oder am Großen Barriereriff an. Sie stellen ihren Kunden inzwischen UPF-Anzüge zur Verfügung und untersagen den Wassergang mit nicht-mineralischer Creme. Die Great Barrier Reef Marine Park Authority empfiehlt ausdrücklich « a full-length UPF rash shirt and leggings over sunscreen ».

Eine messbare, überprüfbare Wirkung

Ein UVEA-T-Shirt UPF 80 hält bei intensiver Nutzung mindestens 3 Saisons. Über 3 Jahre vermeidet es etwa 12 kg Sonnencremeauftrag, das Äquivalent von 40 verbrauchten Tuben. Vor allem vermeidet es 12 kg chemische Rückstände im Wasser.

UVEA hat sich bereits 2019 entschieden, die UV-Schutzstoffe aus recyceltem Polyester herzustellen, zertifiziert nach GRS (Global Recycled Standard) und OEKO-TEX Standard 100. Das Garn entsteht aus PET-Flaschen, die in Europa gesammelt werden. Die Fertigung erfolgt in Roubaix (Design), Italien (Stoffherstellung) und Bulgarien (Konfektion), insgesamt 1.527 km Lieferkette, im Vergleich zu durchschnittlich 15.000 km bei einem in Asien produzierten Badeanzug.

Was sich von jetzt an tun lässt

Die einfachen Schritte in der Reihenfolge ihrer Wirkung:

  1. UV-Schutzkleidung bevorzugen, um Brust, Rücken, Schultern, Arme und Oberschenkel zu bedecken – die 60 Prozent des Körpers, die beim Baden am stärksten exponiert sind.
  2. Eine mineralische Non-Nano-Creme (Hinweise „nanopartikelfrei", „non-nano Zinkoxid") für Gesicht, Hände und Füße bereithalten.
  3. Beim Verlassen des Wassers abspülen, um den Cremeübertrag ins Wasser zu begrenzen.
  4. 30 Minuten nach dem Auftragen nicht baden: Die Creme einziehen zu lassen, reduziert den Wiedereintrag.
  5. Hotelier oder Anbieter ansprechen, falls die ausgegebenen Cremes Oxybenzon enthalten. Der Verbraucherdruck hat Hawaii in 2 Jahren bewegt.

Reef safe ist kein Wort auf einem Etikett. Es ist eine Hierarchie: zuerst Kleidung, dann mineralische Creme, immer klares Wasser. Die Rashguard-Kollektion für Herren und die Strandaccessoires von UVEA sind für diese neue Reisegrammatik konzipiert.

Fünf Jahre nach Hawaii lautet die wahre Frage nicht mehr „Ist meine Creme reef safe?", sondern „Trage ich Creme noch dort auf, wo ein Kleidungsstück genügt?".

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