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N°27 · Familie & Kinder

Laufen, Radfahren, Trail: Warum ein Läufer die 23-fache empfohlene UV-Dosis abbekommt

Ein Hobbyläufer bekommt in zwei Saisons die UV-Dosis eines ganzen Büroarbeitslebens ab. Die vergessenen Zonen und das technische T-Shirt, das alles verändert.

Ein regelmäßiger Läufer bekommt in zwei Saisons sommerlichen Trainings eine UV-Dosis ab, die mit der eines ganzen, am Schreibtisch verbrachten Lebens vergleichbar ist. Die Zahl überrascht, aber sie ist schlüssig: laufen, in die Pedale treten oder Kilometer im Trail aneinanderreihen heißt, sich lange, oft und zu den schlimmsten Stunden zu exponieren. Hier ist die Rechnung, die Zonen, die alle vergessen, und warum das Baumwoll-Sport-T-Shirt ein falscher Freund ist.

Die Schockzahl: 23× die empfohlene Dosis

Die Studien zu Ausdauersportlern – Läufer, Radfahrer, Triathleten – kommen alle zum selben Befund: Ein Athlet, der im Sommer draußen trainiert, kann bis zu 23-mal die für die Haut als vertretbar geltende UV-Dosis ansammeln.

Der Grund ist einfach. Eine lange Ausfahrt dauert eine bis mehrere Stunden. Sie findet oft am Wochenende statt, am Vormittag oder am frühen Nachmittag – genau im Fenster maximaler Strahlung. Und sie wiederholt sich mehrmals pro Woche, von Mai bis September. Die Dosis ist nicht außergewöhnlich: Sie ist strukturell. Der Outdoor-Sportler gehört, ohne es zu wissen, zu den am stärksten exponierten Profilen überhaupt.

Der falsche Freund des Lauf-T-Shirts aus Baumwolle

Die meisten Läufer starten mit einem „atmungsaktiven" Sport-T-Shirt und glauben sich gedeckt. Nicht gegen UV-Strahlung.

Ein gewöhnliches Sport-T-Shirt – vor allem aus Baumwolle, vor allem leicht und hell – bietet einen schwachen UV-Schutz, oft in einem Bereich von UPF 5 bis 15 in trockenem Zustand. Und das Schlimmste kommt noch: Einmal schweißnass, bricht diese Zahl noch weiter ein. Das Wasser füllt die Zwischenräume zwischen den Fasern und lässt mehr Strahlung durch. Ein Läufer-T-Shirt ist aber per Definition nach zehn Minuten nass.

Das „atmungsaktive" Lauf-T-Shirt atmet tatsächlich. Das Problem ist, dass die UV-Strahlen mit ihm atmen.

Ein technisches UV-Schutz-T-Shirt tut das Gegenteil: Es ist darauf ausgelegt, seinen Schutz nass und gedehnt zu behalten. Das ist genau der Zweck der Zertifizierung UV Standard 801 (Hohenstein Institut, Bönnigheim, Deutschland), der einzigen Norm, die den Stoff nass, gespannt und nach 40 Wäschen prüft – genau die Bedingungen eines Sportkleidungsstücks.

Die vier systematisch verbrannten Zonen

Selbst Läufer, die sich eincremen, vergessen fast immer dieselben Zonen. Es sind auch die am stärksten exponierten:

  • Der Nacken – nach vorn gebeugt in der Anstrengung, bietet der Radfahrer wie der Läufer seinen Nacken während der gesamten Ausfahrt der Zenitsonne dar. Und man sieht nicht, was man hinter sich tut.
  • Die Ohren – winzig, nie eingecremt, im vollen Wind und in voller Sonne.
  • Der Handrücken – ständig exponiert am Lenker oder im Pendeln der Arme. Die Haut dort ist dünn, und sie zeigt als eine der ersten die Hautalterung durch Sonne.
  • Die Waden – oft unbedeckt und getroffen von der Sonne und von der Reflexion der Straße oder der Felsen im Trail.

Diese vier Zonen haben eines gemeinsam: Es sind genau jene, die ein gut durchdachtes Kleidungsstück bedeckt, ohne dass man daran denken muss – lange Ärmel, Armlinge, Schlauchschal, Kappe mit Nackenschutz.

Ein Thema, das Dermatologen ernst nehmen

Der Sonnenschutz des Sportlers ist kein Verkaufsargument: Es ist eine konstante medizinische Empfehlung. Die Société française de dermatologie, Fachressourcen wie Dermatonet oder auch die Skin Cancer Foundation betonen alle denselben Punkt – körperliche Aktivität im Freien ist ein ernst zu nehmender Expositionsfaktor, und bedeckende Kleidung steht an der Spitze der empfohlenen Schutzformen, noch vor der Creme.

Die Überlegung ist dieselbe wie bei jeder langen und regungslosen Sonnenexposition; wir hatten sie für Zuschauer von Veranstaltungen in Roland-Garros bei 33 °C: Was 6 Stunden auf der Tribüne mit Ihrer Haut anstellen ausführlich beschrieben. Nur dass ein Sportler zusätzlich schwitzt – was die Creme noch schneller disqualifiziert.

Das minimalistische Set des Läufers und Radfahrers

Man muss sich nicht in einen Astronauten verwandeln. Das Set, das das Wesentliche abdeckt, besteht aus drei oder vier Teilen:

  • Ein technisches UV-Schutz-T-Shirt, langärmlig wenn möglich – es schützt Brust, Rücken, Schultern und Arme und behält seinen Schutz schweißnass.
  • Eine Sportkappe, idealerweise mit Nackenschutz für lange Ausfahrten.
  • Ein Schlauchschal – leicht, atmungsaktiv, der die Zone Nummer eins der vergessenen bedeckt und sich zum Erfrischen nass machen lässt.
  • Armlinge für diejenigen, die kurzärmlig laufen oder fahren, aber die Unterarme schützen wollen.

Der große Vorteil des Textils gegenüber der Creme ist für einen Sportler unschlagbar: Es läuft beim ersten Anstieg nicht in die Augen, erneuert sich nicht mitten in der Ausfahrt und verschwindet nicht mit dem Schweiß. Man zieht es zum Start an, man vergisst es bis zum Ziel.

Die Leistung wird im Training erarbeitet. Die Haut dagegen holt sich nichts zurück – also setzt man sie besser nicht bei jeder Ausfahrt aufs Spiel.

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